Aggression dank Digitalisierung in erträgliche Bahnen lenken

Aggressionsereignisse gehören zu den belastenden Effekten von Gesundheits- und Sozialberufen. Leider ist es nicht möglich jedes Ereignis zu verhindern, jedoch lässt sich mit den richtigen Werkzeugen einiges verbessern. Aggressionsmanagement heisst das Mittel für mehr Prävention, Sicherheit und bessere Bewältigung.

Aggressionsmanagement: Wieso so wichtig? Menschen, die in Gesundheits- und Sozialberufen arbeiten, werden bei ihrer täglichen Arbeit unvermeidlich mit aggressivem Verhalten von Patienten, Bewohnern, Klienten konfrontiert. Gemäss aktuellen Aussagen von Hausärzten,…

Aggressionsmanagement: Wieso so wichtig?

Menschen, die in Gesundheits- und Sozialberufen arbeiten, werden bei ihrer täglichen Arbeit unvermeidlich mit aggressivem Verhalten von Patienten, Bewohnern, Klienten konfrontiert. Gemäss aktuellen Aussagen von Hausärzten, Notfallteams und Pflegenden steigt die Tendenz für solche Ereignisse. Die Ursachen dafür sind vielfältig und komplex.

Gesellschaftliche Entwicklungen, persönliche Umstände der Patientinnen und Patienten und weitere Faktoren tragen zu einer erhöhten Aggressionsbereitschaft bei. So befinden sich diese im regulären Alltag bereits häufig in einer Ausnahmesituation, ohne, dass es dazu noch mittlerer Katastrophen bedarf. Sie haben beispielsweise von Grund auf Angst und Schmerzen und stehen vielleicht unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder starken Medikamenten. Akute psychische Erkrankungen oder auch das Gefühl der Unterlegenheit, des Ausgeliefertseins, der ungerechten Behandlung, Benachteiligung oder Ungeduld können affektiertes Verhalten begünstigen.

Trotz professioneller Schulungsanstrengungen wie Copingstrategien sind verbale und körperliche Attacken für die Pflegenden, Ärzte oder Betreuer fast immer belastend. Neben körperlichen Verletzungen und Hämatomen können sich Angstzustände, Erschöpfung, Schlafstörungen und sogar posttraumatische Belastungsstörungen beim Personal einstellen. Auf jeden Fall kosten Zwischenfälle  mit aggressiven Patienten viel Zeit, Aufmerksamkeit und Nerven. Die Arbeitsatmosphäre, die Leistungsfähigkeit und Motivation der Teammitglieder sinkt.

Fazit: Aggressionsereignisse treten tendenziell vermehrt auf. Die Folgen von Aggressionsereignissen können schwerwiegend sein. Organisationen in der Sozial- und Gesundheitsbranche brauchen ein Aggressionsmanagement.

Ein bewusster Umgang mit Aggressionsereignissen wird durch ein strukturiertes Aggressionsmanagement unterstützt. Ziel ist es, einerseits präventive Massnahmen und die Verhaltensweisen während und nach der Situation vorausschauend zu definieren.

Das bedeutet eine Betrachtung folgender Fragen: Wie kann eine potenzielle Gefahr vorhergesehen werden, wie kann man sich darauf vorbereiten, wie kann man sie verhindern? Welche Verhaltensweisen werden angewandt bei Aggressionsereignissen? Wie gehen die Betroffenen und die Organisation mit dem Erlebten um? Was lernt man aus dem Geschehen oder welche Massnahmen werden nach einem Ereignis getroffen?

Ein wesentlicher Teil des Aggressionsmanagements ist die Dokumentation der eingetretenen Vorfälle oder auch der beinahe eingetretenen Vorfälle. Denn so fusst der psychologische Aspekt der täglichen Arbeit nicht auf Annahmen, sondern auf überprüfbaren Fakten, die nach dem SOAS‐R Modell gegliedert sind. Diese Dokumentation wird am einfachsten mit einem Meldesystem für Aggressionsereignisse gehandhabt. Mit dem Meldesystem stellen Sie den Mitarbeitenden ein Formular zur Verfügung, das Sie nach einem Aggressionsereignis ausfüllen und den Verantwortlichen zusenden. Für die Erfassung von Aggressionsereignissen gibt es eine gut fundierte Vorlage  (Erfassung von Aggressionsereignissen EVA (nags.ch), welche von interdisziplinären Fachleuten ausgearbeitet wurde. Diese Vorlage dient auch als Grundlage des Meldesystems H-AGGRESSION, welches new-win für Ihre Prävention entwickelt hat.

Das Meldesystem bietet nicht nur ein Meldeformular, sondern auch die notwendigen Werkzeuge für die strukturierte Fallbearbeitung, damit aus dem Geschehenen mögliches Verbesserungs- und Präventionspotenzial erkannt und genutzt werden kann.

Jede Copingstrategie ist nur so gut, wie die zugrundeliegenden und gut aufbereiteten Daten. Denn diese können in aller Ruhe (und nicht im akuten Moment) im Team ausgewertet werden, und hilfreiche Massnahmen werden faktenbasiert daraus abgeleitet.

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