Just Culture in der Praxis: Internationale Erfahrungen und Perspektiven fĂŒr das Schweizer Gesundheitswesen (Teil 5)

Ein Blick auf etablierte Just-Culture-AnsĂ€tze in anderen LĂ€ndern und mögliche Entwicklungspfade fĂŒr die Schweiz

Zwei Menschen schauen auf einen Bildschirm der die Software H-CIRS Professional abbildet

Nach den theoretischen Grundlagen in Teil 1, der Vertiefung der Verhaltensklassifikation in Teil 2, dem Implementierungsfahrplan in Teil 3 und dem Überblick ĂŒber digitale Meldesysteme in Teil 4 widmet sich dieser abschliessende Teil der Serie den internationalen Erfahrungen mit Just-Culture-Implementierung.

WĂ€hrend die vorangegangenen Artikel primĂ€r die konzeptionellen Grundlagen und praktischen Werkzeuge von Just Culture im Schweizer Kontext behandelten, richtet sich der Blick nun ĂŒber die Landesgrenzen hinaus. Die Schweiz steht mit der Frage, wie Just Culture systematisch implementiert werden kann, nicht alleine da. Verschiedene LĂ€nder haben in den letzten Jahren unterschiedliche AnsĂ€tze entwickelt und erprobt – mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber auch mit wertvollen Lernerfahrungen.

Dieser Teil untersucht daher: Welche AnsĂ€tze im Fehlermanagement im Gesundheitswesen haben sich in anderen LĂ€ndern bewĂ€hrt? Welche Herausforderungen wurden identifiziert? Welche Erfolgsfaktoren lassen sich ableiten? Und welche Entwicklungsmöglichkeiten ergeben sich daraus fĂŒr das Schweizer Gesundheitswesen mit seinen spezifischen Rahmenbedingungen wie Mehrsprachigkeit und föderale Struktur?

Die Analyse stĂŒtzt sich dabei auf ausgewĂ€hlte internationale Fachquellen sowie auf die Machbarkeitsstudie des BAG beziehungsweise der Eidgenössischen QualitĂ€tskommission zu Just Culture im Schweizer Gesundheitswesen, die die Ausgangslage in der Schweiz ausdrĂŒcklich in einen internationalen Zusammenhang stellt (Leibold & Fridrich, 2024).

Die Evolution des Just-Culture-Konzepts

Bevor wir uns den konkreten LĂ€nderbeispielen zuwenden, lohnt sich ein kurzer Blick auf die konzeptionelle Weiterentwicklung von Just Culture in den letzten Jahren. Denn die AnsĂ€tze, die heute international diskutiert und implementiert werden, unterscheiden sich teilweise deutlich von frĂŒheren Konzepten.

Just Culture wird heute nicht mehr nur als Frage der fairen Reaktion auf Fehler verstanden, sondern zunehmend als Bestandteil einer umfassenderen Sicherheits- und Lernkultur. Im Zentrum steht die Überlegung, dass Organisationen auf ZwischenfĂ€lle weder rein strafend noch rein folgenlos reagieren sollten, sondern differenziert, nachvollziehbar und lernorientiert. Damit verbindet sich die Frage, wie sich Verantwortung, Offenheit und VerbesserungsfĂ€higkeit im Alltag von Gesundheitsorganisationen tatsĂ€chlich ausgestalten lassen.

Boskeljon-Horst et al. (2024) beschreiben im Zusammenhang mit einer restorativen Weiterentwicklung von Just Culture mehrere Bedingungen, die fĂŒr eine erfolgreiche Umsetzung förderlich sind. Dazu gehört insbesondere die Art der Reaktion von FĂŒhrungskrĂ€ften auf ZwischenfĂ€lle, die Grundhaltung zur Verantwortung, der Umgang mit externem Druck, die UnterstĂŒtzung betroffener Mitarbeitender sowie die Schaffung von RĂ€umen fĂŒr ehrliche Offenlegung. Diese Perspektive verschiebt den Blick von der blossen Einordnung einzelner Verhaltensweisen hin zur Frage, wie Organisationen Lernen, Fairness und Wiederherstellung in ihrem tĂ€glichen Handeln miteinander verbinden.

Damit knĂŒpft Just Culture unmittelbar an Konzepte wie psychologische Sicherheit, Fehlerkultur und Lernkultur an. Gerade fĂŒr das Fehlermanagement im Gesundheitswesen ist das bedeutsam: Wo Mitarbeitende ZwischenfĂ€lle oder Beinahe-ZwischenfĂ€lle aus Angst vor Sanktionen verschweigen, bleiben Risiken verborgen. Wo Offenheit möglich ist, können Berichts- und Lernsysteme, CIRS-Meldesysteme und QualitĂ€tsmanagement ĂŒberhaupt erst ihre Wirkung entfalten.

Die Schweizer Ausgangslage

Um die Relevanz der internationalen Erfahrungen fĂŒr die Schweiz einschĂ€tzen zu können, ist zunĂ€chst ein Blick auf die aktuelle Situation im Schweizer Gesundheitswesen erforderlich. Die Machbarkeitsstudie von Leibold und Fridrich (2024) bietet hierfĂŒr eine fundierte Grundlage.

Im Auftrag der Stiftung Patientensicherheit Schweiz und des Bundesamtes fĂŒr Gesundheit wurde die aktuelle Situation des Fehlermanagements im Schweizer Gesundheitswesen untersucht. Die Studie kommt zum Schluss, dass sich Just Culture im Schweizer Gesundheitswesen insgesamt noch in einem frĂŒhen Entwicklungsstadium befindet. Zwar bestehen einzelne Initiativen, DiskussionsansĂ€tze und institutionelle Erfahrungen, doch eine breit abgestĂŒtzte, systematisch verankerte Umsetzung ist bislang nicht erkennbar. Die Autorinnen verweisen auf Unterschiede zwischen Institutionen, Regionen und Hierarchieebenen. Insbesondere die Romandie erscheint in der Studie als Bereich, in dem gewisse Konzepte und Instrumente bereits weiter entwickelt oder sichtbarer verankert sind als in anderen Landesteilen.

Gleichzeitig identifiziert die Studie auch vorhandene StĂ€rken. Genannt werden unter anderem engagierte FachverbĂ€nde, einzelne Vorreiter-SpitĂ€ler mit etablierten CIRS-Meldesystemen mit klinischem QualitĂ€ts- und Risikomanagement sowie ein grundsĂ€tzlich hohes Bewusstsein fĂŒr Patientensicherheit. Allerdings zeigen sich auch strukturelle Herausforderungen: das Fehlen einer nationalen Strategie und rechtlichen Klarheit, uneinheitliche Standards zwischen den Kantonen, Unterschiede zwischen Management und Frontline-Mitarbeitenden in der Wahrnehmung der Sicherheitskultur sowie LĂŒcken in der systematischen Integration von Just Culture in Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Gerade im föderalen Kontext ist diese Ausgangslage ambivalent. Einerseits erlaubt das Schweizer System institutionelle und regionale Anpassungen, andererseits erschwert es die Entwicklung gemeinsamer Mindeststandards und verbindlicher Leitlinien. Die Studie betont deshalb die Bedeutung von Rechtsgrundlagen, nationaler Koordination, institutioneller FĂŒhrung und einer stĂ€rkeren Verankerung von Just Culture und Human Factors in Bildungs- und Entwicklungsstrukturen (Leibold & Fridrich, 2024).

Diese Analyse zeigt: Das Schweizer Gesundheitswesen bringt sowohl FlexibilitĂ€t als auch Fragmentierung mit sich. Eine erfolgreiche Just-Culture-Implementierung könnte daher von einem Ansatz profitieren, der nationale Koordinierung mit lokaler Autonomie verbindet – nicht als starre Zentralisierung, sondern als abgestimmter Rahmen fĂŒr Patientensicherheit, Fehlermanagement im Gesundheitswesen und Lernkultur.

Internationale AnsÀtze und Erfahrungen

Die Implementierung von Just Culture erfolgt international auf unterschiedlichen Wegen und mit verschiedenen Schwerpunkten. WĂ€hrend einige LĂ€nder stĂ€rker auf gesetzliche Verankerung und nationale Koordination setzen, entwickeln andere dezentrale AnsĂ€tze mit Betonung lokaler Autonomie. Wieder andere fokussieren auf strukturierte Entscheidungsinstrumente, ĂŒbergreifende Berichts- und Lernstrukturen oder restorative und lernorientierte Praktiken.

Die im Folgenden dargestellten Beispiele aus DĂ€nemark, England, Australien/Neuseeland und Schweden zeigen exemplarisch verschiedene Strategien fĂŒr Meldesysteme, CIRS-nahe Berichts- und Lernsysteme, Fehlerkultur, Risiko- und QualitĂ€tsmanagement. Diese Auswahl erhebt keinen Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit. Sie soll vielmehr veranschaulichen, wie unterschiedlich Just Culture institutionell ausgestaltet werden kann. Jedes dieser LĂ€nder hat spezifische Rahmenbedingungen – von der Systemarchitektur ĂŒber rechtliche Grundlagen bis hin zu kulturellen Besonderheiten – die bei der Interpretation der Ergebnisse zu berĂŒcksichtigen sind.

FĂŒr die Schweiz, mit ihrem föderalen System, mehrsprachigen Kontext und dezentralen Gesundheitsversorgung, sind dabei vor allem jene Erfahrungen interessant, die zeigen, wie nationale Koordination mit lokaler Umsetzung verbunden werden können.

DĂ€nemark

DĂ€nemark fĂŒhrte 2004 eine gesetzliche Meldepflicht fĂŒr ZwischenfĂ€lle und Beinahe-ZwischenfĂ€lle im Gesundheitswesen ein, kombiniert mit explizitem Schutz vor Strafverfolgung fĂŒr Meldende, sofern kein rĂŒcksichtsloses Verhalten vorliegt. Dieser Ansatz im Fehler- und Risikomanagement im Gesundheitswesen gilt international als wegweisend (Edmondson, 2018). Das sanktionsfreie und vertrauliche Meldewesen ermöglicht es Mitarbeitenden in SpitĂ€lern und Kliniken, sicherheitsrelevante Ereignisse ohne Furcht vor Konsequenzen zu melden – bei Bedarf auch vollstĂ€ndig anonym. WĂ€hrend auf nationaler Ebene alle Daten anonymisiert verarbeitet werden, erlaubt die vertrauliche Meldung auf Spitalebene den lokalen QualitĂ€tsverantwortlichen wichtige RĂŒckfragen fĂŒr eine fundierte Fehleranalyse.

GemĂ€ss dem Jahresbericht der DPSD-Årsberetning 2024 – der Danish Patient Safety Authority – stieg die Zahl der gemeldeten ZwischenfĂ€lle im dĂ€nischen Patientensicherheitsregister (DPSD) von etwa 294.000 im Jahr 2020 auf 489.361 im Jahr 2024 – ein Anstieg von knapp 200.000 Meldungen in vier Jahren. Von den insgesamt 489.361 Meldungen wurden 361.511 als „Summary Reporting“ erfasst. Dabei handelt es sich um eine vereinfachte Form der Sammelmeldung, bei der mehrere gleichartige Ereignisse oder Beinahe-ZwischenfĂ€lle gemeinsam dokumentiert werden, sofern diese nicht zu schwerwiegenden oder tödlichen Folgen gefĂŒhrt haben bzw. hĂ€tten fĂŒhren können (Danish Patient Safety Authority, 2024). Die Direktorin der Behörde, Anette Lykke Petri, beschreibt diesen Anstieg und die hohe Meldezahl als positiv, da sie eine verstĂ€rkte Lernorientierung im Fehler- und QualitĂ€tsmanagement widerspiegeln. Allerdings betont sie auch, dass die reine Meldung nicht ausreicht – entscheidend sei das Lernen aus Fehlern und die Umsetzung von Massnahmen zur Verhinderung erneuter Ereignisse.

Hohe Meldezahlen bedeuten nicht automatisch hohe Sicherheit. Sie können aber darauf hinweisen, dass Berichts- und Lernsysteme tatsĂ€chlich genutzt werden und ZwischenfĂ€lle sowie Beinahe-ZwischenfĂ€lle sichtbar werden. Gerade fĂŒr eine belastbare Lernkultur ist dies zentral. Was nicht gemeldet wird, kann weder systematisch analysiert noch in Verbesserungsmassnahmen ĂŒbersetzt werden. Das dĂ€nische Beispiel zeigt deshalb vor allem, dass Meldesysteme dann wirksam werden können, wenn sie organisatorisch verankert, alltagsnah nutzbar und fĂŒr Mitarbeitende vertrauenswĂŒrdig sind.

Zugleich macht der dĂ€nische Ansatz deutlich, dass funktionierende Berichts- und Lernsysteme auf psychologische Sicherheit angewiesen sind. Mitarbeitende mĂŒssen davon ausgehen können, dass Meldungen nicht reflexhaft zu Schuldzuweisungen fĂŒhren, sondern Bestandteil eines ernst gemeinten Lern- und Verbesserungsprozesses sind. Eine gesetzliche Verpflichtung kann demnach die Meldebereitschaft fĂŒr ZwischenfĂ€lle und Beinahe-ZwischenfĂ€lle signifikant erhöhen, wenn sie mit klaren Schutzbestimmungen, psychologischer Sicherheit am Arbeitsplatz und praktikabler Umsetzung verbunden ist. In dieser Hinsicht ist DĂ€nemark weniger wegen einzelner Kennzahlen interessant als vielmehr wegen der institutionellen Normalisierung von Fehlermeldungen im klinischen Alltag.

England

England verfolgt im Vergleich dazu einen etwas anderen Schwerpunkt. Dort steht mit dem Being Fair-Tool seit 2025 ein strukturiertes Entscheidungsinstrument zur VerfĂŒgung, das im Kontext von PatientensicherheitsvorfĂ€llen eingesetzt werden kann, wenn Fragen zum Verhalten oder zur Eignung einzelner Mitarbeitender auftauchen (NHS England, 2025).

Dieses Instrument ist weder ein klassisches CIRS-Meldesystem noch ein Ersatz fĂŒr andere Berichts- und Lernsysteme. Sein Zweck besteht vielmehr darin, Entscheidungen nach einem Vorfall nachvollziehbarer, konsistenter und fairer zu machen. Es soll FĂŒhrungskrĂ€fte und Organisationen dabei unterstĂŒtzen, zwischen individuellen und systemischen Faktoren zu unterscheiden und Mitarbeitende nach einem sicherheitsrelevanten Ereignis nicht vorschnell oder unangemessen zu beurteilen.

FĂŒr die Diskussion um Just Culture ist dieser Ansatz aus mehreren GrĂŒnden relevant. Erstens zeigt er, dass gerechte Reaktionen nicht allein von einer allgemeinen Haltung abhĂ€ngen, sondern auch von strukturierten Verfahren und klaren Kriterien. Zweitens wird sichtbar, dass Patientensicherheit, PersonalfĂŒhrung und regulatorische Fragestellungen in der Praxis oft eng miteinander verknĂŒpft sind. Drittens verdeutlicht das Beispiel, dass Just Culture nicht zwingend ĂŒber ein einziges umfassendes Programm implementiert wird, sondern auch ĂŒber gezielte Instrumente, die an Schnittstellen zwischen QualitĂ€tsmanagement, FĂŒhrung und Fehlermanagement ansetzen.

ErgĂ€nzend dazu ist in England das Learn from Patient Safety Events (LFPSE) als nationales NHS-System fĂŒr die Erfassung und Analyse von Patientensicherheitsereignissen relevant. LFPSE hat das frĂŒhere National Reporting and Learning System (NRLS) abgelöst und dient heute als nationale Infrastruktur, um Patientensicherheitsereignisse systematisch zu erfassen, auszuwerten und fĂŒr lokales wie nationales Lernen nutzbar zu machen (NHS England, 2025).

England illustriert damit, wie strukturierte Entscheidungsprozesse und nationale Lerninfrastruktur nebeneinander bestehen und gemeinsam zu einer gerechteren und systematischeren Sicherheitskultur beitragen können. FĂŒr die Schweizer Diskussion ist vor allem von Interesse, wie sich eine nationale Datengrundlage mit lokalen Systemen und einer lernorientierten Nutzung der gemeldeten Ereignisse verbinden lĂ€sst.

Australien / Neuseeland

In Australien, insbesondere in New South Wales, wird das Thema in den letzten Jahren verstÀrkt unter dem Begriff einer Restorative Just and Learning Culture weiterentwickelt. Der Guide to Co-developing a Restorative Just and Learning Culture der Clinical Excellence Commission NSW (2024) beschreibt einen Ansatz, der Lernen, Beziehungsgestaltung und Systemverbesserung enger zusammendenkt.

Im Vordergrund steht dabei nicht nur die Analyse des Vorfalls, sondern auch die Frage, wie mit den Auswirkungen auf alle Beteiligten umgegangen wird. Dazu gehören Patientinnen und Patienten sowie Angehörige ebenso wie Mitarbeitende und FĂŒhrungskrĂ€fte. Der Leitfaden betont insbesondere psychologische Sicherheit, kooperative Entwicklung, angemessene Reaktionen nach Ereignissen, systematisches Lernen und die gemeinsame Evaluation von Erfahrungen und Ergebnissen.

Dieser Ansatz macht deutlich, dass kritische Ereignisse nicht nur fachliche und organisatorische, sondern auch menschliche Folgen haben. Restorative AnsĂ€tze sind deshalb nicht als Gegensatz zum klassischen Fehlermanagement zu verstehen, sondern als dessen Erweiterung: Nicht nur Prozesse und Ursachenanalysen, sondern auch Erfahrungen, Beziehungen und Folgebelastungen werden zum Gegenstand organisationalen Lernens. Dazu gehört auch die gezielte UnterstĂŒtzung von Mitarbeitenden, die nach einem belastenden Ereignis selbst erheblich betroffen sind – ein Aspekt, der hĂ€ufig unter dem Begriff Second Victim beziehungsweise Second-Victim-Support diskutiert wird (Clinical Excellence Commission NSW, 2024; Boskeljon-Horst et al., 2024).

ErgĂ€nzend kann Neuseeland als Beispiel fĂŒr ĂŒbergreifendes Lernen aus Schadensereignissen herangezogen werden. Die Health Quality & Safety Commission (HQSC) zeigt in ihrem Überblick zu Schadensereignissen im Gesundheits- und Behindertensektor, dass VersorgungsschĂ€den weitreichende Auswirkungen auf Betroffene, Familien und nahestehende Personen, Mitarbeitende und Gemeinschaften haben können. Im Vordergrund steht dabei weniger eine einzelne Kennzahl als vielmehr die grundsĂ€tzliche Perspektive: Schadensereignisse werden nicht nur als EinzelfĂ€lle betrachtet, sondern als Anlass fĂŒr systematisches Lernen und die Weiterentwicklung der Patientensicherheit verstanden (Health Quality & Safety Commission New Zealand, 2025).

FĂŒr die Schweizer ist dieser Zugang vor allem deshalb interessant, weil er den Blick ĂŒber die einzelne Institution hinaus weitet und Just Culture stĂ€rker mit Fehlerkultur, Lernkultur, psychologischer Sicherheit und personeller UnterstĂŒtzung verbindet. Entscheidend ist nicht nur, dass VorfĂ€lle dokumentiert werden, sondern dass die daraus gewonnenen Erkenntnisse auch fĂŒr breitere Lern- und Verbesserungsprozesse nutzbar gemacht werden. Gerade in komplexen Organisationen kann dies helfen, Fehlermanagement nicht nur technisch oder formal, sondern auch menschlich und kulturell zu verankern.

Schweden

Das schwedische Gesundheitssystem verfolgt im Fehlermanagement einen dezentralen, gesetzlich geregelten Ansatz, der auf dem Patientensicherheitsgesetz basiert. Ein wichtiger Meilenstein war die 2013 gestartete nationale Patientensicherheitsinitiative, die von der Regierung und dem schwedischen Gemeindeverband SALAR getragen wurde (Anell et al., 2012). Ziel war es, strukturierte Prozesse zu schaffen, um Forschung zu unterstĂŒtzen und das systematische Lernen aus ZwischenfĂ€llen und Beinahe-ZwischenfĂ€llen im Fehlermanagement des Gesundheitswesens zu fördern.

Dabei hat Schweden bewusst auf eine zentrale nationale Datenbank fĂŒr ein einheitliches Incident Reporting aller SpitĂ€ler verzichtet und setzt stattdessen auf regionale Berichts- und Lernsysteme. ErgĂ€nzend dazu sind Einrichtungen verpflichtet, jĂ€hrlich einen standardisierten Patientensicherheitsbericht zu veröffentlichen. Die Analyse dieser Berichte durch Ridelberg et al. (2016) zeigt, dass sie eine breite Palette an Struktur-, Prozess- und Ergebniselementen abbilden und trotz der dezentralen Organisation ein beachtliches Potenzial fĂŒr organisationsĂŒbergreifendes Lernen bieten.

FĂŒr die Schweizer Diskussion ist Schweden vor allem aus systemischer Sicht interessant. Entscheidend ist hier weniger ein einzelnes Instrument als vielmehr die Frage, wie Patientensicherheit durch institutionelle Verantwortung, gelebte Berichtspraxis und kontinuierliche Lernprozesse weiterentwickelt werden kann.

Gerade fĂŒr die Schweiz ist dabei das Spannungsfeld zwischen DezentralitĂ€t und Transparenz relevant. In föderal oder regional geprĂ€gten Systemen stellt sich immer wieder die Frage, wie Sicherheitsentwicklung verbindlich gestaltet werden kann, ohne die lokalen Gegebenheiten aus dem Blick zu verlieren. Genau diese Grundfrage greift auch die Schweizer Machbarkeitsstudie auf, wenn sie die Bedeutung von Koordination, FĂŒhrung und einer verlĂ€sslichen Verankerung von Just Culture hervorhebt (Leibold & Fridrich, 2024).

Zentrale Erfolgsfaktoren aus internationaler Perspektive

Trotz der Unterschiede in Systemarchitektur, rechtlichen Rahmenbedingungen und kulturellen Kontexten lassen sich aus den internationalen Erfahrungen einige ĂŒbergreifende Erfolgsfaktoren ableiten. Diese Faktoren tauchen in verschiedenen LĂ€ndern und Settings immer wieder auf und scheinen unabhĂ€ngig vom spezifischen Implementierungsansatz eine zentrale Rolle zu spielen.

Die folgende Zusammenstellung versteht sich nicht als abschliessende Liste, sondern als Synthese beobachtbarer Muster, die fĂŒr die Schweizer Diskussion relevant sein könnten.

  • Psychologische Sicherheit als Grundvoraussetzung: Erfolgreiche Implementierungen betonen die Bedeutung eines Umfelds, in dem Mitarbeitende ohne Angst vor negativen Konsequenzen Fehler, ZwischenfĂ€lle und Beinahe-ZwischenfĂ€lle melden und ansprechen können. Psychologische Sicherheit ist damit eine wichtige Grundlage fĂŒr konstruktive Fehlerkultur, funktionierende CIRS-Meldesysteme und wirksames QualitĂ€ts- und Risikomanagement in SpitĂ€lern und Kliniken (Edmondson, 2018).
  • Strukturierte Prozesse und klare Kriterien: Sowohl das NHS Being Fair Tool als auch die strukturierten AnsĂ€tze in Australien zeigen, dass transparente Entscheidungsprozesse die Konsistenz und die wahrgenommene Fairness im Umgang mit VorfĂ€llen erhöhen können (NHS England, 2025a; Clinical Excellence Commission NSW, 2024).
  • Systematische Lernkultur sowie Berichts- und Lernsysteme: Erfolgreiche Implementierungen schaffen nicht nur Möglichkeiten zur Meldung, sondern auch Strukturen, um aus gemeldeten ZwischenfĂ€llen und Beinahe-ZwischenfĂ€llen systematisch zu lernen und Systemverbesserungen abzuleiten. CIRS-Meldesysteme und andere Berichts- und Lernsysteme bilden dabei die technologische Grundlage.
  • UnterstĂŒtzung betroffener Mitarbeitender: Die systematische UnterstĂŒtzung von Mitarbeitenden nach belastenden Ereignissen ist kein blosses Zusatzangebot, sondern ein wichtiges Element glaubwĂŒrdiger Just-Culture-Implementierung. Gerade restorative AnsĂ€tze machen sichtbar, dass Fairness nicht nur in der Ursachenanalyse, sondern auch im Umgang mit den Folgen von Ereignissen zum Ausdruck kommt, Dies betrifft insbesondere Mitarbeitende, die nach einem Zwischenfall selbst stark belastet sind und im Sinne eines Second-Victim-Supportsgezielte UnterstĂŒtzung benötigen (Boskeljon-Horst et al., 2024; Clinical Excellence Commission NSW, 2024).
  • Balance zwischen nationaler Koordination und lokaler Autonomie: LĂ€nder mit föderalen oder dezentralen Gesundheitssystemen stehen vor Ă€hnlichen Herausforderungen wie die Schweiz. Erfolgreiche AnsĂ€tze kombinieren nationale Standards und gemeinsame Leitideen fĂŒr Fehler- und Risikomanagement mit lokaler AnpassungsfĂ€higkeit in SpitĂ€lern, Kliniken und anderen Versorgungseinrichtungen (Leibold & Fridrich, 2024).

Mögliche Entwicklungspfade fĂŒr die Schweiz

Die dargestellten internationalen Erfahrungen werfen die Frage auf, welche Entwicklungsmöglichkeiten sich fĂŒr das Schweizer Gesundheitswesen ergeben könnten. Die Machbarkeitsstudie von Leibold und Fridrich (2024) bietet hierfĂŒr eine fundierte Grundlage, indem sie sowohl die vorhandenen StĂ€rken als auch die bestehenden Herausforderungen des Schweizer Systems analysiert.

Die folgenden Überlegungen zur Weiterentwicklung des Fehlermanagements im Gesundheitswesen verstehen sich ausdrĂŒcklich nicht als fertige Roadmap oder verbindliche Empfehlungen, sondern als Diskussionsgrundlage fĂŒr die verschiedenen Akteure im Schweizer Gesundheitswesen. Welche dieser Optionen prioritĂ€r verfolgt werden, in welcher Reihenfolge und mit welchen konkreten Ausgestaltungen, wird von den beteiligten Akteuren – Bund, Kantone, FachverbĂ€nden, Institutionen und weitere – gemeinsam zu entscheiden sein.

Bei der Betrachtung dieser Entwicklungsmöglichkeiten ist zudem zu berĂŒcksichtigen, dass das Schweizer Gesundheitssystem spezifische Besonderheiten aufweist: die föderale Struktur mit starker Kantonsautonomie, die Mehrsprachigkeit, die Vielfalt der Versorgungslandschaft von UniversitĂ€tsspitĂ€lern bis zu kleineren Einrichtungen sowie die direktdemokratischen Entscheidungsprozesse. Diese Rahmenbedingungen erfordern AnsĂ€tze, die Standardisierung und lokale FlexibilitĂ€t in eine sinnvolle Balance bringen.

Ein möglicher Entwicklungspfad betrifft die Schaffung gĂŒnstigerer rechtlicher und institutioneller Rahmenbedingungen. Die Machbarkeitsstudie betont die Bedeutung klarer Rechtsgrundlagen, nationaler Koordination und verlĂ€sslicher Governance-Strukturen, damit Just Culture nicht auf einzelne Projekte oder engagierte Institutionen beschrĂ€nkt bleibt (Leibold & Fridrich, 2024).

Eine weitere Option wĂ€re die Entwicklung eines Schweizer Entscheidungsinstruments, das FĂŒhrungskrĂ€ften praktische UnterstĂŒtzung bei fairen Entscheidungen nach ZwischenfĂ€llen bietet. Ein solches Instrument könnte sich konzeptionell am englischen Being Fair Tool orientieren, mĂŒsste aber an schweizerische rechtliche, institutionelle und sprachliche Gegebenheiten angepasst werden.

Ebenso könnten ausgewĂ€hlte SpitĂ€ler oder GesundheitsverbĂŒnde restorative Praktiken erproben, etwa in Form strukturierter Dialoge nach kritischen Ereignissen. Solche AnsĂ€tze könnten helfen, psychologische Sicherheit, Fehlerkultur und Lernkultur stĂ€rker im Alltag zu verankern, ohne dass daraus automatisch ein einheitliches nationales Modell entstehen mĂŒsste.

Ein weiterer Entwicklungspfad betrifft den Aufbau systematischer UnterstĂŒtzungsstrukturen fĂŒr betroffene Mitarbeitende. Second-Victim-Support könnte schrittweise stĂ€rker in das QualitĂ€tsmanagement und in bestehende UnterstĂŒtzungsangebote integriert werden, insbesondere in grösseren Institutionen.

Schliesslich bleibt die Integration in Aus- und Weiterbildung zentral. Die Machbarkeitsstudie hebt hervor, dass Just Culture und verwandte Themen wie Human Factors, FĂŒhrung und Sicherheitskultur stĂ€rker in Curricula, FĂŒhrungsentwicklung und Fortbildung verankert werden sollten. Nur so kann Just Culture langfristig als Bestandteil professioneller Praxis verstanden werden – und nicht nur als isoliertes Projekt.

Die Rolle digitaler Systeme

Bei allen beschriebenen internationalen AnsĂ€tzen – ob in DĂ€nemark, England, Australien, Neuseeland oder Schweden – spielen digitale Systeme eine zentrale unterstĂŒtzende Rolle. Sie bilden die technologische Infrastruktur, die es ermöglicht, Just-Culture-Prinzipien im Arbeitsalltag praktisch umzusetzen. Dabei geht es nicht primĂ€r um Technologie als Selbstzweck, sondern um die Frage, wie digitale Werkzeuge kulturelle und organisatorische VerĂ€nderungen unterstĂŒtzen können.

Wie bereits in Teil 4 unserer Serie ausfĂŒhrlich beschrieben, bilden digitale Meldesysteme und CIRS (Critical Incident Reporting Systems) die technologische Infrastruktur einer Just Culture. CIRS-Meldesysteme in der Schweiz wie H-CIRS Starter, H-CIRS Professional  und H-CIRS Community können Just Culture-Prinzipien direkt in Workflows von SpitĂ€lern und Kliniken integrieren und strukturierte Analyseprozesse im Fehlermanagement im Gesundheitswesen unterstĂŒtzen. Damit ermöglichen diese Berichts- und Lernsysteme eine einfache und systematische Erfassung von ZwischenfĂ€llen und Beinahe-ZwischenfĂ€llen und tragen zu Steigerung der QualitĂ€t und Patientensicherheit im Schweizer Gesundheitswesen bei.

Die Integration solcher CIRS-Meldesysteme in eine nationale Strategie kann die Implementierung erleichtern, indem sie Niedrigschwelligkeit fĂŒr Meldungen von Beinahe-ZwischenfĂ€llen, AnonymitĂ€t durch anonymes Meldewesen, strukturierte AnalyseunterstĂŒtzung, Massnahmenmanagement und Transparenz technologisch ermöglicht (Reason, 1997; Marx, 2001; Leibold & Fridrich, 2024).

Integration in bestehende QualitÀtssysteme

Ein wiederkehrendes Thema in den internationalen Erfahrungen ist die Bedeutung der Integration von Just Culture in bestehende Strukturen und Prozesse. Erfolgreiche Implementierungen zeichnen sich dadurch aus, dass Just Culture nicht als zusÀtzliches, separates Projekt etabliert wird, sondern als durchgÀngiges Prinzip in alle relevanten Bereiche des QualitÀts- und Fehlermanagements einfliesst.

Dieser integrative Ansatz verhindert, dass Just Culture als isolierte Initiative wahrgenommen wird, die neben anderen QualitĂ€ts- und Sicherheitsprogrammen existiert. Stattdessen wird sie zum fundamentalen Prinzip, das die Art und Weise prĂ€gt, wie die Organisation mit Fehlern, Lernen und Verbesserung umgeht.

Just Culture sollte daher nicht als separates Projekt verstanden werden, sondern als integraler Bestandteil bestehender QualitĂ€tsmanagementsysteme, des Fehlermanagements im Gesundheitswesen und des klinischen Risikomanagements. Dies umfasst beispielsweise die Verankerung in klinischen Leitlinien und Behandlungspfaden, die Einbettung in Risikomanagement, Zwischenfallmanagement und Incident Reporting, die Thematisierung in FĂŒhrungs- und MitarbeitergesprĂ€chen sowie den Einbezug von Patientenfeedback-Systemen (Sammer et al., 2010). Eine konstruktive Fehler- und Lernkultur sind dabei zentrale Elemente.

Die Forschung von Sammer et al. (2010) zeigt, dass Organisationen mit hoher Patientensicherheitskultur und Reife Sicherheit in alle Prozess integrieren – nicht als zusĂ€tzliches Projekt, sondern als grundlegendes Querschnittsthema. Psychologische Sicherheit, Fehlerkultur, Lernkultur und systematische Berichts- und Lernsysteme bilden dabei zentrale Grundpfeiler.

Fazit

Die Betrachtung internationaler Erfahrungen mit Just-Culture-Implementierung liefert sowohl ermutigende Hinweise als auch realistische EinschÀtzungen der Herausforderungen. Die dargestellten Beispiele aus verschiedenen LÀndern und Gesundheitssystemen zeigen, dass eine systematische Entwicklung gerechter Sicherheitskultur möglich ist, zugleich aber Zeit, Ressourcen und das koordinierte Engagement verschiedener Akteure erfordert.

Die internationalen Erfahrungen zeigen: Just Culture-Implementierung ist in verschiedenen Gesundheitssystemen möglich und bringt messbare Verbesserungen in Melde- und Fehlerkultur, Risikomanagement, Patientensicherheit und Mitarbeiterzufriedenheit (Edmondson, 2018; Sammer et al., 2010; Boskeljon-Horst et al., 2024; Strametz et al., 2021).

FĂŒr die Schweiz ergibt sich daraus vor allem eines: Just Culture ist weder ein einzelnes Tool noch ein kurzfristiges Kulturprojekt. Sie berĂŒhrt Fehlermanagement im Gesundheitswesen, Patientensicherheit, CIRS-Meldesysteme, Berichts- und Lernsysteme, Risikomanagement, psychologische Sicherheit und QualitĂ€tsmanagement zugleich. Gerade deshalb lohnt sich eine differenzierte Weiterentwicklung, die internationale Erfahrungen ernst nimmt, ohne sie unreflektiert zu ĂŒbertragen.

Abschluss der Serie

Mit diesem fĂŒnften Teil endet unsere Blogserie zu Just Culture im Schweizer Gesundheitswesen. Über fĂŒnf Artikel hinweg haben wir das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet: von den theoretischen Grundlagen und dem systemischen Sicherheitsdenken ĂŒber die differenzierte Betrachtung von Verhaltensweisen und Verantwortung, einen praxisorientierten Implementierungsfahrplan und die Rolle digitaler CIRS-Meldesysteme, sowie Berichts- und Lernsysteme bis hin zu internationalen Erfahrungen und möglichen Entwicklungspfaden fĂŒr die Schweiz.

Die Serie verstand sich als Beitrag zur Fachdiskussion ĂŒber Just Culture, Fehlerkultur, Lernkultur und psychologische Sicherheit im Schweizer Gesundheitswesen. Sie richtete sich an Fachpersonen, FĂŒhrungskrĂ€fte und Organisationen, die sich mit Sicherheitskultur, Risiko- und QualitĂ€tsmanagement in der Praxis auseinandersetzen. Ziel war es, evidenzbasiertes Wissen zu Fehler- und Risikomanagement in Gesundheitsinstitutionen, CIRS und Patientensicherheit zugĂ€nglich zu machen, internationale Perspektiven einzubringen und praxisnahe Orientierung fĂŒr den Aufbau einer gerechten und lernorientierten Sicherheitskultur zu biete – ohne Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit oder abschliessende Handlungsanweisungen.

Wir danken allen Leserinnen und Lesern fĂŒr das Interesse an diesem wichtigen Thema. Die Entwicklung einer gerechten Sicherheitskultur ist ein kontinuierlicher Prozess, der von vielen Akteuren gemeinsam getragen wird. Wir hoffen, dass diese Serie dazu beitragen konnte, die Diskussion zu bereichern und Impulse fĂŒr die Praxis zu geben.

Haftungsausschluss und Einordnung

Dieser Artikel stellt eine exemplarische Auswahl internationaler AnsĂ€tze zur Just-Culture-Implementierung dar und erhebt keinen Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit. Die dargestellten Informationen basieren auf den zum Zeitpunkt der Artikelerstellung verfĂŒgbaren Quellen und wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Sie dienen ausschliesslich Informations- und Einordnungszwecken.

Die in diesem Beitrag beschriebenen internationalen Beispiele, Statistiken und Entwicklungsmöglichkeiten sind nicht als konkrete Handlungsempfehlungen oder verbindliche Vorgaben zu verstehen. Jede Organisation muss ihre spezifischen rechtlichen, organisatorischen und kulturellen Rahmenbedingungen berĂŒcksichtigen und bei Bedarf fachliche, regulatorische oder juristische Beratung einholen.

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Sammer, C. E., Lykens, K., Singh, K. P., Mains, D. A., & Lackan, N. A. (2010). What is patient safety culture? A review of the literature. Journal of Nursing Scholarship, 42(2), 156–165. https://doi.org/10.1111/j.1547-5069.2009.01330.x

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Die internationalen Erfahrungen machen deutlich, dass die Entwicklung einer Just Culture nicht nur Haltung und FĂŒhrung erfordert, sondern auch geeignete technologische Werkzeuge und erfahrene Partner. Als fĂŒhrender Anbieter von Meldesystemen und QualitĂ€tsmanagement-Lösungen ist new-win seit ĂŒber 25 Jahren im Schweizer Gesundheitswesen tĂ€tig und unterstĂŒtzt Gesundheitseinrichtungen mit praxiserprobten Systemen fĂŒr Fehlermanagement und Patientensicherheit.

Unsere Lösungen:

H-CIRS Professional â€“ Critical Incident Reporting System fĂŒr grosse SpitĂ€ler und Kliniken

H-CIRS Starter â€“ Einstiegslösung fĂŒr kleinere Einrichtungen

H-CIRS Community â€“ Vernetzungsplattform fĂŒr institutionsĂŒbergreifendes Lernen

H-FEEDBACK â€“ Systematische Erfassung von Mitarbeiter- und Patientenfeedback

H-IDEE â€“ Ideenmanagement fĂŒr kontinuierliche Verbesserung

H-VIGILANZ â€“ Vigilanzmeldesystem fĂŒr regulatorische Anforderungen

Warum new-win der richtige Partner fĂŒr Ihr Fehlermanagement im Gesundheitswesen ist

  • Schweizer Expertise – speziell entwickelt fĂŒr die Anforderungen des Schweizer Gesundheitswesens
  • Skalierbare Lösungen – mit passenden Lösungen zur Just Culture-Integration unabhĂ€ngig von der Organisationsgrösse
  • BewĂ€hrte Umsetzung – erfolgreich implementiert in fĂŒhrenden Gesundheitsorganisationen
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung – basierend auf neuesten Erkenntnissen

Partner fĂŒr Patientensicherheit:

PD Dr. med. Sven Staender â€“ ZusĂ€tzliche Expertise fĂŒr Patientensicherheit und Fehlermanagement erhalten Sie durch unseren Partner PD Dr. med Sven Staender – Pionier der Patientensicherheit mit ĂŒber 30 Jahren Erfahrung in Just Culture und Fehlermanagement.

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