Qualitätsvorgaben (KVV 58g) für die Zulassung als ambulanter Leistungserbringer: Eine lösbare Herausforderung

Sind Sie auf dem Weg eine neue Praxis zu gründen und möchten für die OKP-Zulassung bestens vorbereitet sein? Dann wird Sie dieser Artikel besonders interessieren.

Ob aus Therapie, Pflege oder Medizin – für Sie gibt es seit Anfang 2022 eine neue Vorgabe: Die Kantone müssen alle neuen Zulassungsgesuche von ambulanten Leistungserbringern in einem formellen Verfahren prüfen. Die Kantone überprüfen, ob die Gesuchstellerinnen die Zulassungsvoraussetzungen gemäss Krankenversicherungsverordnung (KVV) erfüllen.

Zu den Zulassungsvoraussetzungen gehört unter anderem die Erfüllung der Qualitätsanforderungen gemäss KVV Art. 58 g:

  • Sie verfügen über das erforderliche qualifizierte Personal.
  • Sie verfügen über ein geeignetes Qualitätsmanagementsystem (siehe nachfolgend)
  • Sie verfügen über ein geeignetes internes Berichts- und Lernsystem und haben sich, sofern ein solches besteht, einem gesamtschweizerisch einheitlichen Netzwerk zur Meldung von unerwünschten Ereignissen angeschlossen (siehe nachfolgend)
  • Sie verfügen über die Ausstattung, die erforderlich ist, um an nationalen Qualitätsmessungen teilzunehmen.

Lassen Sie sich durch diese Vorgaben nicht bremsen! Die Einführung eines QM und eines Berichts- und Lernsystems ist besonders im ambulanten Bereich ein Novum aber auch eine Chance zu mehr Sicherheit und Effizienz. Wir möchten und können Sie auf diesem Weg professionell unterstützen.

Ein geeignetes QM-System: Einfacher als gedacht

Ein geeignetes QM-System muss der Grösse und der Komplexität des Unternehmens angepasst sein. Um ein QM-System einzuführen, müssen Sie keinen riesigen Aufwand betreiben, besonders wenn Ihr neues Unternehmen eine überschaubare Grösse hat. Wir empfehlen Ihnen: Führen Sie, wie es die Vorschrift verlangt, ein «geeignetes» QM-System ein. Was bedeutet das?

  • Sie wissen, was Ihre Patientinnen und Patienten brauchen und stimmen Ihr Angebot genau darauf ab. Kosten und Nutzen Ihres Angebots stehen im richtigen Verhältnis und entsprechen den Erwartungen Ihrer Patientinnen und Patienten.
  • Gleichzeitig definieren Sie passende Qualitätsziele und arbeiten systematisch darauf hin. Qualitätsziele können zum Beispiel in Bezug auf Patientenzufriedenheit, Fehlerquoten, Wartezeiten oder Rentabilität definiert werden.
  • Sie dokumentieren die wichtigsten Grundlagen, die zur Erreichung Ihrer Qualitätsziele und deren Messung notwendig sind: Arbeitsabläufe, Regelungen, Checklisten, Vorgaben etc.
  • Sie wissen, wo Sie die obengenannten Dokumente finden und sorgen dafür, dass diese aktuell bleiben und alte Versionen nicht mehr im Umlauf sind.
  • Sie und Ihre Mitarbeitenden kennen sämtliche Grundlagen, die für ihre Tätigkeit relevant sind und haben jederzeit und unkompliziert darauf Zugriff.
  • Sie führen periodisch Prüfungen durch, die aufzeigen, ob nach den von Ihnen definierten Regeln und Vorgaben gearbeitet wird.
  • Wenn Sie Mängel feststellen, leiten Sie Verbesserungsmassnahmen ein.

Möchten Sie, dass wir Ihnen bei der Einführung des QM-Systems unter die Arme greifen? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wir sind gerne für Sie da!

Berichts- und Lernsystem: Mit wenig Aufwand zu mehr Sicherheit

Gemäss Verordnung müssen Sie über ein Berichts- und Lernsystem mit Zugang zu einem nationalen Netzwerk verfügen. Das tönt nach viel Arbeit, bedeutet es aber nicht. Hier wird nichts neues erfunden.

Es gibt bereits ein bewährtes Berichts- und Lernsystem, welches sich im Gesundheitsbereich etabliert hat: CIRS (Critical Incident Reporting System).

Mittels eines einfach zugänglichen Meldeformulars melden Mitarbeitende im CIRS unerwünschte und (beinahe) eingetretene Ereignisse. Falls gewünscht auch anonym. Auf Grundlage dieser Meldungen können künftige, ähnliche Ereignisse verhindert werden – das heisst, man lernt daraus. Die logische Konsequenz: Die Patientensicherheit wird erhöht und gleichzeitig fördern Sie eine Just-Kultur*.

Mit dem professionellen und bewährten Berichts- und Lernsystem H-CIRS von new-win werden Ihnen sowohl die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben als auch die Förderung einer Sicherheits- und Lernkultur einfach gemacht.

H-CIRS lässt sich im Nullkommanix einführen und bietet direkten Zugang auf das nationale Netzwerk CIRRNET, welches von der Stiftung Patientensicherheit Schweiz angeboten wird. Dank diesem Netzwerk profitieren Sie zusätzlich von Meldungen anderer Anbietern aus Ihrem Metier, und Sie erfüllen damit die Vorgabe, einem nationalen Netzwerk angeschlossen zu sein.

Gehören Sie einem Berufsverband an?
Um die Erfüllung der Gesetzesvorgaben für ambulante Leistungserbringer noch einfacher zu machen, bietet new-win in Zusammenarbeit mit der Stiftung Patientensicherheit eine Speziallösung für Verbände ambulanter Leistungserbringer an: CIRS ambulant. Die Verbände können so ihren Mitgliedern mit minimalem Aufwand Zugriff auf ein Berichts- und Lernsystem als auch CIRRNET gewähren. Kontaktieren Sie deshalb unbedingt Ihren Verband, um zu erfahren, ob ihnen verbandsseitig ein Berichts- und Lernsystem inkl. Zugriff auf CIRRNET zur Verfügung gestellt werden kann.

Sind Sie noch unsicher, wie Sie den Buchstaben c. aus dem Gesetzesartikel KVV 58 g erfüllen können? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir beraten Sie gerne.

*Der Begriff Just-Kultur stammt aus der Luftfahrt und wird offiziell wie folgt definiert: „Eine Kultur, in der operative Mitarbeitende oder andere Personen nicht für Handlungen, Unterlassungen oder Entscheidungen, die ihrer Erfahrung und Ausbildung entsprechen, bestraft werden, jedoch Grobfahrlässigkeit, vorsätzliche Verstösse und destruktives Handeln nicht toleriert werden.“ (Gemäss EC 376/2014 Art. 2 Abs. 12)

Weitere Informationen zu den gesetzlichen Bestimmungen:

  • Krankenversicherungsgesetz Schweiz: KVG Art. 58
  • Krankenversicherungsverordnung: KVV 58g
  • Vorgaben, Ziele, Gesetze der Schweizerischen Qualitätskommission: EQK
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