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In den ersten drei Teilen unserer Serie haben wir die theoretischen Grundlagen der Just Culture erarbeitet: Wir haben verstanden, was Just Culture bedeutet und warum sie für das Schweizer Gesundheitswesen so entscheidend ist (Teil 1). Wir haben gelernt, wie wir zwischen menschlichem Fehler, riskantem und rücksichtslosem Verhalten differenzieren und warum diese Unterscheidung für eine faire Fehlerkultur zentral ist (Teil 2). Und wir haben die praktischen Schritte zur Implementierung kennengelernt – von Leadership Commitment über psychologische Sicherheit bis hin zu systematischer Schulung (Teil 3).
Doch eine Frage bleibt zentral: Wie setzt man Just Culture konkret im hektische Arbeitsalltag von Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen um? Die Antwort liegt in intelligenten Meldesystemen, die weit mehr sind als blosse Compliance-Werkzeuge – sie sind die technologische Infrastruktur einer gelebten Sicherheitskultur und bilden das Rückgrat eines modernen Fehlermanagements im Gesundheitswesen und der Patientensicherheit.
Dieser vierte Artikel zeigt auf, wie moderne Meldesysteme im Schweizer Gesundheitswesen Just Culture-Prinzipien konkret unterstützen, welche Rolle Patientenfeedback und Mitarbeiterideen dabei spielen und wie Organisationen unterschiedlicher Grösse – vom Universitätsspital bis zur kleinen Arztpraxis oder Spitex – passende Lösungen finden können. Dabei wird deutlich: Technologie allein genügt nicht. Erst die Kombination aus intelligenten Systemen und gelebter Vertrauenskultur macht den Unterschied.
Die digitale Infrastruktur der Gerechtigkeitskultur
Just Culture als Konzept verbindet Fehleroffenheit mit Verantwortlichkeit. Wie aber wird aus diesem theoretischen Konzept gelebte Praxis? Wenn James Reason (1997) vom „informed culture“ spricht, meint er eine Organisation, die aus ihren Erfahrungen lernt. Doch wie erfasst man diese Erfahrungen systematisch? Wie verwandelt man die 5493 Meldungen, die das Universitätsspital Basel in über sechs Jahren dokumentierte (Jäger et al., 2021), in konkrete Verbesserungsmassnahmen für die Patientensicherheit? Hier kommt die Bedeutung von CIRS-Systemen zum Tragen, denn die Lösung liegt in intelligenten digitalen Systemen, die den gesamten Kreislauf von Meldung über Analyse bis zur Massnahmenumsetzung abbilden – und damit ein effektives Fehlermanagement im Gesundheitswesen ermöglichen.
Die Firma new-win hat sich in der Schweiz auf genau diese Herausforderung spezialisiert: Meldesysteme für ein zeitgemässes Fehlermanagement im Gesundheitswesen zu schaffen, die nicht nur funktional sind, sondern die Prinzipien von Just Culture technologisch stärken. Ihre Produktpalette zeigt exemplarisch, wie moderne Software-Lösungen Patientensicherheit und Sicherheitskultur systematisch unterstützen können.
H-CIRS: Das Herzstück der Fehlermeldekultur und des Fehlermanagements
Die H-CIRS Produktfamilie von new-win bietet Lösungen für jede Organisationsgrösse – vom Starter-Paket für kleine Praxen bis zur Enterprise-Lösung für grosse Kliniken und Universitätsspitäler.
H-CIRS Starter – Just Culture für Kleinorganisationen
H-CIRS Starter macht systematisches Fehlermanagement im Gesundheitswesen auch für Kleinstunternehmen zugänglich: Arztpraxen, Physiotherapie-Praxen, Spitex-Organisationen, Apotheken etc. Das System erfüllt die gesetzlichen Anforderungen des Art. 58g KVV für Berichts- und Lernsysteme inkl. der Anbindung an ein nationales Netzwerk für CIRS-Fälle – und zeigt damit, dass Patientensicherheit und Just Culture keine Frage der Organisationsgrösse sind.
Die schlanke Lösung mit minimaler Einführungszeit senkt die Einstiegshürde ins professionelle Fehlermanagement erheblich. Kleine Organisationen erhalten Zugang zu einem vollwertigen Meldesystem für Patientensicherheit mit standardisiertem Meldeformular, Dashboard, Werkzeugen für die Ursachenanalyse und E-Mail-Benachrichtigungen sowie integrierter Anbindung zum CIRRNET, dem nationalen Netzwerk der Patientensicherheit Schweiz. Begleitende Workshops unterstreichen, dass Technologie allein nicht ausreicht – eine Just Culture im Fehlermanagement braucht auch geschulte Menschen, die das System mit Leben füllen und die Analysearbeit übernehmen.
H-CIRS Professional – Für grössere Organisationsstrukturen
Das H-CIRS Professional richtet sich an grössere Kliniken, Spitäler und komplexere Gesundheitsorganisationen. Die intuitive Benutzeroberfläche mit übersichtlichen Bearbeitungslisten macht einen entscheidenden Unterschied für die Patientensicherheit: In einer Just Culture geht es darum, dass Mitarbeitende ohne technische Hürden melden können. Je einfacher der Meldeweg, desto höher die Meldequote – und damit die Lernkurve der Organisation im Fehlermanagement.
Was macht H-CIRS Professional zu einem Just Culture-Werkzeug? Es ist die Kombination aus Anonymität und strukturierter Unterstützung bei der Analyse. Das System ermöglicht selbständige Verwaltung von Meldekreisstrukturen und benutzerdefinierten Hierarchien – genau das, was Amy Edmondson (2018) unter „psychological safety“ versteht: Mitarbeitende können melden, ohne Angst vor persönlichen Konsequenzen haben zu müssen, während die zuständigen Personen die notwendigen Werkzeuge für eine systematische Aufarbeitung erhalten.
Die Massnahmenverwaltung mit Terminierung schliesst den Lernkreislauf im Fehlermanagement: Aus Meldungen werden konkrete Massnahmen mit Verantwortlichen und Fristen. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen einer reinen „blame culture“ und Just Culture: Es geht nicht darum, wer den Fehler gemacht hat, sondern darum, welche Systemverbesserungen für die Patientensicherheit notwendig sind.
Die Anbindung an CIRRNET, das nationale Netzwerk der Stiftung Patientensicherheit Schweiz, erweitert das Lernen im Fehlermanagement über die eigene Organisation hinaus – ein Kernelement von Reasons (1997) „learning culture“ und essenziell für die schweizweite Verbesserung der Patientensicherheit.
H-CIRS Community – Gemeinsam lernen im Netzwerk
H-CIRS Community ist die Antwort auf eine zentrale Frage im Fehlermanagement: Wie können mehrere Einrichtungen voneinander lernen und gemeinsam die Patientensicherheit stärken? Die Netzwerklösung gibt jedem Teilnehmer eine vollwertige H-CIRS Professional-Lösung, ermöglicht aber gleichzeitig systematische Erfassung über das gesamte Gesundheitsnetzwerk hinweg.
Hier wird Sidney Dekkers (2012) Vision einer „restorative justice“ greifbar: Nicht Einzelorganisationen optimieren isoliert, sondern ganze Netzwerke – regionale Spitalverbünde, Fachgesellschaften, Pflegeheimverbände etc. – teilen Best Practices und lernen aus gemeinsamen Erfahrungen. Die standardisierten Prozesse ermöglichen Vergleiche und zeigen, welche Massnahmen wo besonders gut funktionieren. Die Skalierbarkeit und individuelle Anpassbarkeit stellen sicher, dass trotz Standardisierung die Besonderheiten jeder Einrichtung berücksichtigt werden.
Über CIRS hinaus: Die Vielstimmigkeit der Sicherheitskultur
Ein verbreiteter Irrtum: Fehlermanagement im Gesundheitswesen und Just Culture beschränken sich auf die Meldung von Fehlern und Beinahe-Schäden. Doch eine ganzheitliche Sicherheitskultur für umfassende Patientensicherheit braucht mehrere Kanäle, um alle relevanten Informationen zu erfassen. Die Meldesysteme von new-win bilden genau dieses Ökosystem ab.
H-FEEDBACK – Die Stimme von Patienten und Mitarbeitern
H-FEEDBACK Professional und H-FEEDBACK Starter erweitern den Blickwinkel im Fehlermanagement: Während CIRS unerwünschte Ereignisse dokumentiert, erfasst H-FEEDBACK systematisch Rückmeldungen – sowohl von Patienten als auch von Mitarbeitenden – und trägt damit direkt zur Verbesserung der Patientensicherheit bei.
Die Forschung bestätigt: Patientenfeedback verbessert die Versorgungsqualität und Patientensicherheit signifikant (Wong et al., 2020). Aber auch Mitarbeiterfeedback ist entscheidend für ein effektives Fehlermanagement im Gesundheitswesen – es fördert ein positives Arbeitsklima, stärkt die Mitarbeiterbindung und liefert wertvolle Hinweise auf Verbesserungspotenziale für die Patientensicherheit. H-FEEDBACK bietet vordefinierte Formulare für unterschiedlichste Szenarien: Kundenfeedback, Zufriedenheitsumfragen, Lobmeldungen, Auswertungen von Schulungen, Aggressionsmeldungen, Whistleblower-Meldungen, Datenschutzverletzungen oder Sturzmeldungen.
Die Möglichkeit anonymer Umfragen ist ein zentrales Just Culture-Element: Mitarbeitende können sensible Themen ansprechen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen haben zu müssen. Gleichzeitig ermöglichen offene Feedbackfelder unstrukturierte Rückmeldungen – manchmal liegen die wertvollsten Hinweise in dem, was zwischen den Zeilen steht.
Die umfangreichen Auswertungs- und Reporting-Funktionen unterstützen die Verantwortlichen dabei, Feedback in Erkenntnisse für die Patientensicherheit zu verwandeln: Diagramme und Tabellen machen Trends sichtbar, helfen Schwachstellen im Fehlermanagement zu identifizieren und ermöglichen datenbasierte Entscheidungen. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen einer reaktiven und einer proaktiven Sicherheitskultur: Nicht erst auf Fehler reagieren, sondern bereits aus Rückmeldungen lernen, bevor Risiken für die Patientensicherheit entstehen.
H-IDEE – Innovation als Teil der Sicherheitskultur
H-IDEE mag auf den ersten Blick nicht wie ein klassisches Instrument im Fehlermanagement im Gesundheitswesen wirken – doch Innovationsmanagement ist integraler Bestandteil einer Just Culture. Warum? Weil Patientensicherheit nicht statisch ist. Prozesse müssen kontinuierlich verbessert werden, um mit sich verändernden Rahmenbedingungen Schritt zu halten und die Sicherheit zu gewährleisten.
H-IDEE bietet eine zentrale Plattform für die Sammlung und Strukturierung von Verbesserungsvorschlägen zur Patientensicherheit. Die Forschung zeigt: Mitarbeitergetriebene Innovation ist im Gesundheitswesen und im Fehlermanagement besonders wirkungsvoll (Cadeddu et al., 2023). Die benutzerfreundliche Portalseite senkt die Hemmschwelle für Vorschläge, der parametrisierbare Meldefluss stellt sicher, dass Ideen zur Verbesserung der Patientensicherheit in der Organisation die richtigen Stellen erreichen.
Die Voting-Funktion demokratisiert den Innovationsprozess: Mitarbeitende können Ideen bewerten und so bei der Priorisierung mitwirken. Die Reportingmöglichkeiten erleichtern es Führungskräften, Trends zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Der Dokumentenupload ermöglicht es, Ideen mit zusätzlichen Informationen zu untermauern.
Was hat das mit Just Culture zu tun? Eine Kultur, in der Mitarbeitende ermutigt werden, Verbesserungsvorschläge einzubringen, fördert gleichzeitig die Bereitschaft, auch Fehler zu melden. Beides basiert auf psychologischer Sicherheit: dem Gefühl, dass die eigene Stimme gehört und wertgeschätzt wird.
H-VIGILANZ – Regulatorische Compliance mit System
H-VIGILANZ bildet die Swissmedic-Meldeformulare für Materio-, Pharmako- und Hämovigilanz ab – entscheidende Säulen der Patientensicherheit. Auf den ersten Blick reine Compliance – doch auch hier zeigt sich Just Culture im Fehlermanagement: Die klar gegliederten Meldeformulare, die inhaltlich identisch mit den Swissmedic-Formularen sind, senken die Hemmschwelle für Meldungen erheblich.
Die Zwischenspeicherfunktion für umfangreiche Meldungen ist ein praktisches Detail mit kultureller Wirkung: Mitarbeitende müssen nicht in einer Sitzung alles ausfüllen, sondern können die Meldung schrittweise vervollständigen. Das einfache Korrekturverfahren – bestehende Meldungen können nachträglich korrigiert werden – nimmt die Angst vor Fehlern beim Melden selbst.
Die zentrale Datenerfassung und der zentrale Datenspeicher gewährleisten revisionssichere Dokumentation im Fehlermanagement. Die sichere und verschlüsselte Datenübertragung direkt an Swissmedic macht den Meldeprozess nahtlos. Das interne Fallmanagement mit individueller Kategorisierung, Rollen und Berechtigungen stellt sicher, dass sensible Vigilanzfälle für die Patientensicherheit angemessen bearbeitet werden.
Die technologische Verankerung von Just Culture-Prinzipien
Was unterscheidet moderne Meldesysteme von einer einfachen Excel-Tabelle? Es ist die systematische Umsetzung von Just Culture-Prinzipien in Software-Lösungen:
- Niedrigschwelligkeit: Responsive Design macht alle Systeme auf mobilen Endgeräten nutzbar – keine App-Installation nötig. Mitarbeitende können direkt am Ort des Geschehens melden.
- Anonymität wo nötig: Die Systeme ermöglichen anonyme Meldungen bei CIRS und Feedback, während bei Vigilanz-Meldungen aus regulatorischen Gründen Mindestangaben erforderlich sind.
- Unterstützung bei der Analyse: Vordefinierte Kategorien und Analysetools unterstützen die zuständigen Personen dabei, systematische Ursachen zu identifizieren – nicht Einzelpersonen zu suchen.
- Massnahmenmanagement: Der geschlossene Kreislauf von Meldung über Analyse bis zur Umsetzung von Massnahmen macht Lernen messbar und verbessert kontinuierlich die Patientensicherheit.
- Transparenz: Dashboards und Reportingfunktionen machen Fortschritte sichtbar – für Management und Mitarbeitende.
- Vernetzung: Zusammenschlüsse und Anbindung an überregionale Netzwerke wie CIRRNET erweitert das Lernen über Organisationsgrenzen hinaus.
- Skalierbarkeit: Von schlanken Einstiegslösungen bis zur Enterprise-Lösung – Just Culture ist keine Frage der Organisationsgrösse.
Von der Software zur Kultur: Die notwendige Verbindung
Technologie allein schafft keine Just Culture – das muss klar sein. Die Machbarkeitsstudie des BAG (Leibold & Fridrich, 2024) zeigt: Just Culture erfordert einen Kulturwandel, der Leadership, Kommunikation und kontinuierliche Reflexion umfasst. Software-Lösungen sind Werkzeuge, die diesen Wandel unterstützen – aber nicht ersetzen.
Die Meldesysteme von new-win zeigen jedoch, wie durchdacht gestaltete Technologie den kulturellen Wandel aktiv fördern kann:
- Wenn Melden einfach ist, melden mehr Menschen.
- Wenn Anonymität gewährleistet ist, sinkt die Angst vor Konsequenzen.
- Wenn aus Meldungen sichtbar Massnahmen werden, steigt das Vertrauen in das System.
- Wenn auch positive Rückmeldungen und Ideen erfasst werden, entsteht eine ganzheitliche Lernkultur.
Die Kombination verschiedener Systeme – CIRS für Fehler, FEEDBACK für Rückmeldungen, IDEE für Innovation, VIGILANZ für Compliance – bildet das ab, was Marx (2001) als „just“ beschreibt: eine ausgewogene Antwort auf unterschiedliche Situationen. Nicht jede Abweichung ist gleich zu behandeln, nicht jede Meldung braucht denselben Prozess – aber alle Meldungen verdienen eine systematische und faire Bearbeitung.
Der Mehrwert einer digitalen Sicherheitskultur für die Patientensicherheit
Was bringt die Investition in Meldesysteme für das Fehlermanagement im Gesundheitswesen konkret? Die Forschung liefert klare Antworten:
Das Universitätsspital Basel dokumentierte 5493 CIRS-Meldungen über sechs Jahre (Jäger et al., 2021) – jede dieser Meldungen ist eine potenzielle Chance zur Verbesserung der Patientensicherheit. Selbst wenn nur ein Bruchteil zu messbaren Verbesserungen führt, übersteigt der Nutzen für die Patientensicherheit die Investition bei weitem.
Wong et al. (2020) zeigten, dass systematisches Patientenfeedback die Versorgungsqualität und Patientensicherheit verbessert. Cadeddu et al. (2023) belegten den Wert mitarbeitergetriebener Innovation im Gesundheitswesen für das Fehlermanagement. Digitale Meldesysteme sind damit kein administrativer Mehraufwand, sondern ein strategischer Hebel für Qualität, Patientensicherheit und wirksames Fehlermanagement im Gesundheitswesen.
Die Systeme sind als Software as a Service (SaaS) verfügbar und bieten damit Flexibilität für unterschiedliche Organisationsanforderungen. Die skalierbare Preisgestaltung macht Just Culture-Werkzeuge sowohl für kleine als auch für grosse Organisationen zugänglich.
Technologie als Wegbereiter, Menschen als Motor
Bei aller Begeisterung für moderne Meldesysteme bleibt ein Kernsatz von Sidney Dekker (2012) gültig: „Just Culture is not about technology – it’s about people.“ Die ausgeklügeltsten Systeme nützen nichts, wenn Mitarbeitende sie nicht nutzen, wenn Führungskräfte die Meldungen ignorieren, wenn auf Analysen keine Taten folgen.
Die Meldesysteme von new-win zeigen exemplarisch, wie durchdacht gestaltete Technologie den Weg zu Just Culture ebnen kann – aber der Weg selbst muss von Menschen gegangen werden. Vom Pflegefachmann, der nach einem Beinahe-Fehler meldet. Von der Ärztin, die Patientenfeedback ernst nimmt. Vom Physiotherapeuten, der eine Prozessverbesserung vorschlägt. Von der Klinikleitung, die aus Meldungen konkrete Massnahmen ableitet.
In diesem Sinne sind digitale Meldesysteme das, was Amy Edmondson (2018) als „psychological safety infrastructure“ bezeichnen würde: die technologische Grundlage, die es Menschen ermöglicht, angstfrei zu lernen. Und genau das ist der Kern von Just Culture – nicht die Technologie, sondern die Kultur. Aber die richtige Technologie kann diese Kultur erheblich erleichtern.
Fazit: Von digitalen Werkzeugen zur gelebten Kultur der Patientensicherheit
Dieser vierte Teil unserer Serie hat gezeigt, wie digitale Meldesysteme Just Culture-Prinzipien im Arbeitsalltag verankern und ein effektives Fehlermanagement im Gesundheitswesen ermöglichen. Von CIRS über Feedback-Systeme bis hin zu Innovationsmanagement – moderne Software-Lösungen schaffen die Infrastruktur für systematisches Lernen und kontinuierliche Verbesserung der Patientensicherheit.
Doch die technologische Ausstattung ist nur ein Baustein. Die entscheidende Frage bleibt: Wie kann die Schweiz als Ganzes eine nationale Transformation hin zu Just Culture gestalten? Welche Rolle spielen Gesetzgebung, Verbände und Ausbildungsinstitutionen? Und was können wir von internationalen Erfahrungen lernen?
Im fünften und letzten Teil 5 dieser Serie werfen wir einen Blick in die Zukunft und zeigen auf, wie die Schweiz von den Erfahrungen anderer Länder profitieren kann, um ihre nationale Just Culture-Strategie voranzutreiben – für ein modernes Fehlermanagement im Schweizer Gesundheitswesen, in dem Fehleroffenheit und Patientensicherheit Hand in Hand gehen.
Referenzen
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Dekker, S. (2012). Just culture: Balancing safety and accountability (2nd ed.). Ashgate Publishing. https://www.taylorfrancis.com/books/mono/10.4324/9781315251271/culture-sidney-dekker
Edmondson, A. C. (2018). The fearless organization: Creating psychological safety in the workplace for learning, innovation, and growth. John Wiley & Sons. https://www.wiley.com/en-us/The+Fearless+Organization%3A+Creating+Psychological+Safety+in+the+Workplace+for+Learning%2C+Innovation%2C+and+Growth-p-9781119477266
Jäger, C., Mohr, G., Gökcimen, K., Navarini, A., Schwendimann, R., & Müller, S. (2021). Critical incident reporting over time: A retrospective, descriptive analysis of 5493 cases. Swiss Medical Weekly, 151, w30098. https://doi.org/10.4414/smw.2021.w30098
Leibold, A., & Fridrich, A. (2024). Just Culture – Eine Machbarkeitsstudie für die Schweiz. Bundesamt für Gesundheit (BAG). https://www.bag.admin.ch/dam/it/sd-web/L3Js1MQhLoRj/20250805%20Machbarkeitsstudie%20Just%20Culture%20im%20Schweizer%20Gesundheitswesen.pdf
Marx, D. (2001). Patient safety and the „just culture“: A primer for health care executives. Columbia University. https://psnet.ahrq.gov/issue/patient-safety-and-just-culture-primer-health-care-executives
Reason, J. (1997). Managing the risks of organizational accidents. Ashgate Publishing. https://www.taylorfrancis.com/books/mono/10.4324/9781315543543/managing-risks-organizational-accidents-james-reason
Wong, E. L. Y., Coulter, A., Hewitson, P., Cheung, A. W. L., Yam, C. H. K., Lui, S. F., et al. (2015). Patient experience and satisfaction with inpatient service: Development of short form survey instrument measuring the core aspect of inpatient experience. PLoS ONE 10(4): e0122299. https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0122299
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